Vorträge und Workshops

By Leena on Montag, April 12, 2010
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Geplante Veranstaltungen auf dem Vernetzungstreffen im Juni 2010 in Hattingen:

Vortrag: Netzpolitik als emanzipatorisches Thema (Leena Simon)

Frauen haben in der Vergangenheit viel für ihre Rechte gekämpft. In den meisten gesellschaftlichen Bereichen haben sie sich für Gleichberechtigung und Mitgestaltung eingesetzt und haben den Blick auf Frauen und ihre Fähigkeiten deutlich verändert. Gerade wenn es um die gerechte Verteilung von Macht unter den Geschlechtern geht, entflammen große Debatten und Frauen möchten nicht länger unsichtbar sein.

Umso verwunderlicher ist es, dass sie sich aus der Informationstechnik größtenteils raus halten.

Computer nehmen eine immer wichtigere Rolle in unserer Gemeinschaft ein. Sie werden zur Organisation von fast allen Lebensbereichen herangezogen, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich. Dabei ist die Software ausschlaggebend, welche Möglichkeiten ein Gerät bietet. Wer Software – und damit Computer – gestalten oder zumindest bedienen kann, hat einen bedeutenden Vorteil. Software wird zum Machtwerkzeug und die meisten Frauen verzichten freiwillig darauf, es bedienen und verstehen zu können.
Warum verzichten Frauen freiwillig auf diesen wichtigen Bereich gesellschaftlicher Mitbestimmung? Die Ursachen können beispielsweise in einer anderen Sozialisierung gefunden werden. Problemlösung, kreatives Tüfteln und der Umgang mit Technik werden jungen Mädchen allgemein weniger vermittelt als Jungen. Aber auch die hohe Männerdichte kann für Frauen abschreckend wirken. Frauen berichten, dass sie sich schnell wie ein Fremdkörper fühlen und Sprüchen oder Witzen ausgeliefert sind bzw. ihnen weniger zugetraut wird. Es sieht fast so aus, als hätte die Emanzipation diesen Bereich ausgespart.

Das soll keineswegs bedeuten, dass die Männer schuld daran sind. Die meisten wünschen sich mehr Frauen in der Informationstechnik und würden auch gerne dazu beitragen. Allein, sie wissen nicht wie, oder bemerken etwaiges Frauen abschreckendes Verhalten gar nicht.
So stellt sich die Frage, was Frauen und Männer tun können, um Frauen mehr für dieses Thema zu interessieren und sie mehr in die Verantwortung zu nehmen.

Es ist jedenfalls für alle von Nachteil, wenn Frauen kaum in die Organisation und Gestaltung der Informationstechnik eingebunden werden. Schließlich wird die Technik von allen Geschlechtern genutzt und Frauen können einen wertvollen Beitrag leisten, neue Ideen einbringen etc.

Der Vortrag soll vermitteln, weshalb Netzpolitik als emanzipatorisches Thema zu verstehen ist und gleichzeitig einen Thematischen Einstieg in das Seminar bieten.

Vortrag: Zum Verhältnis von Netzpolitik und Fragen sozialer Gerechtigkeit (Kathrin Ganz)

In Bezug auf alle Politikfelder muss die Frage gestellt werden, inwiefern gesellschaftlich unterschiedlich positionierte Personen von bestimmten politischen Problemen, Forderungen und Maßnahmen unterschiedlich betroffen sind und was das für das Ziel einer umfassenden sozialen Gerechtigkeit bedeutet.

Workshop: Frauen und Mädchen für Netzpolitik gewinnen. Aber Wie? (Leena Simon)

Der Workshop ist als Ideenwerkstatt geplant. Gemeinsam wollen wir nach praktischen und umsetzbaren Ideen suchen, Frauen und Mädchen für Netzpolitik zu interessieren. Ob Workshops an Schulen oder ein Podcast mit Frauen als Zielgruppe oder etwas ganz anderes: ein paar gute Ideen werden uns hoffentlich kommen.

Vortrag und Diskussion: Risiken im Netz – Cyberstalking (Gudrun Habersetzer)

Zunächst wird im Vortrag ein Überblick über Erscheinungsformen von Cyberstalking, die aktuelle Rechtslage und mögliche Strategien des Umgangs mit Cyberstalking gegeben. In der anschließenden Diskussion können persönliche Erfahrungen ausgetauscht, Abwehraktionen geplant und Ideen dazu gesammelt werden, welche Bedeutung die Netzpolitik zum Schutz von Frauen im Netz hat und welche Forderungen Frauen stellen sollten, um Verfolgung per Cyberstalking abzuwehren.

(Falls du über eine google-Suche hierher gekommen und akut von Stalking/Cyberstalking betroffen bist: Bitte wende dich an den BFF Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt e.V. Dort erhältst du schnell und unbürokratisch Hilfe.)

Vortrag und Diskussion: Feministischer Journalismus im Netz (Beate Hausbichler von dieStandard.at):

Feministische Medien haben sich nicht zuletzt deshalb gegründet, weil frauenpolitische Themen in der politischen Öffentlichkeit bis heute ignoriert und ausgespart werden. Das journalistische Publizieren im Netz hat gegenüber Printmedien einige Vorteile, die auch feministisch-kritisch genutzt werden können. Dazu gehören u.a. fast unbegrenzter Platz, freie Zugänglichkeit (und damit eine höhere Reichweite feministischer Inhalte) und die Einbeziehung von Vielstimmigkeit.
Am Beispiel von dieStandard.at wollen wir diskutieren, was feministischer Journalismus im Netz sein kann und wo seine Grenzen liegen.

Workshop: 99 Sängerinnen oder warum Sprache wichtig ist (Gudrun Habersetzer)

Wer Sprache beherrscht, modelliert die Welt und die Gedanken anderer. Wer in der Sprache ein Geschlecht ausblendet, macht es unsichtbar und löscht es auch in der Gedankenwelt (und manchmal auch in der Welt) aus. Im Workshop wird erläutert, warum das so ist, evtl. werden kleine Sprachtests gemacht. Ziel des Workshops ist es, zu verstehen, warum geschlechtergerechte Sprache wichtig ist und zudem Lösungsmöglichkeiten für ganz alltägliche Formulierungsprobleme zu finden. Gemeinsam sind wir kreativ im Entwickeln neuer Sprachideen und Wortschöpfungen.

Vortrag: Frauen, die bloggen, sind gefährlich (Helga Hansen, Mädchenmannschaft)

Bloggende Frauen gibt es zahlreich, dennoch sind ihre Seiten im Internet kaum bekannt. Sie sind selten unter den Top Blogs zu finden, selbst wenn sie Top Inhalte bieten. Und nicht alle Frauen bloggen über Familie, Kinder, Mode (aber sicherlich auch) – manche sind so böse und bloggen über Netzpolitik oder Politik allgemein, sie schreiben ihre Meinung über den Zustand unserer Gesellschaft öffentlich ins Netz. Über die ersteren wird sich gern mal lustig gemacht “typisch Mädchen”, “Babykotzeblog” und letztere erfahren sehr oft “Gegenwind” in Form sexistischer Kommentare. Warum ist dies so? Warum sind Babykotzeblogs harmlos und selbstbewusst über gesellschaftliche Themen bloggende Frauen gefährlich? Über diese und viele andere Dinge zum Thema “bloggende Frauen” soll in dieser Veranstaltung gesprochen werden.

Vortrag: Privatsphäre im Internet (Gabriele Pohl)

Privatheit im Internet bewahren zu können, ist kein Widerspruch sondern notwendige Voraussetzung für ein offenes Netz. Offen für jede, die selbst entscheidet, wie öffentlich sie darin sein will oder auch, von welcher Seite sie sich präsentieren will.

Das Internet ist keine Versammlung von Freunden, alle sind da. Meine Arbeitgeber und Kunden, die Nachbarn, die neidische Arbeitskollegin, meine Kreditgeber wie auch mein Versicherungsagent, Verwandte und Mitglieder von Vereinigungen und Verbänden, denen meine Meinung nicht passt. Der Freund, den ich verlassen habe.

Da lohnt es sich schon, zweimal nachzudenken, bevor man etwas von sich öffentlich macht.

Das Thema Cyberstalking wird ja bei diesem Treffen auch besprochen. Als eine grausame Spielart sind Frauen – öfter als Männer – Betroffene von Identitätsraub.

Das heißt, jemand anderes gibt sich für sie aus und attackiert ihren Ruf oder/und ihre Finanzen. Je mehr Informationen öffentlich sind umso leichter ist es, die Doppelgängerin zu spielen. Das Dossier gab’s sozusagen frei Haus. Und Mails fälschen kann heute jedes Kind..

Aber man kann auch in der virtuellen Welt seine Briefe unterschreiben und zukleben, bevor sie auf die elektronische Post gehen. Damit wird die Fälschung ggf. erkennbar, denn die hat keine gültige Unterschrift.

Ein paar Methoden zur vertraulichen und sicheren Kommunikation möchte ich Euch vorstellen und kurz erläutern.

  • eMail signieren und verschlüsseln
  • Webseiten per SSL
  • Chatten über verschlüsselte Kanäle

Vortrag: Kurze Einführung in E-Mail-Verschlüsselung (Silke Meyer)

Dieser Vortrag knüpft an das Thema „Privatsphäre im Internet“ an und ist als Grundlage für den darauf folgenden Workshop zur E-Mail-Verschlüsselung mit gnupg gedacht. Was solltet Ihr wissen, bevor es praktisch losgeht? Wozu gibt es diese beiden Schlüssel? Woher bekommt Ihr die Schlüssel derjenigen, mit denen Ihr kommunizieren möchtet? Worauf solltet Ihr bei der Einrichtung Eures E-Mail-Programmes achten?

Workshop: E-Mail-Verschlüsselung ganz praktisch (Silke Meyer und Gabriele Pohl)

Am Samstagabend veranstalten wir dann noch eine Install- und Keysigning-Party für alle, die’s mit der eMail-Verschlüsselung versuchen wollen und ihren Laptop dabei haben. Wir bitten die Interessierten unter Euch um eine Anmeldung: Tragt unter der Adresse http://frauenimnet.mixxt.de/networks/forum/thread.31338 bitte möglichst bald ein, welches E-Mail-Programm und welches Betriebssystem in welcher Version (z.B. Windows XP, Ubuntu Karmic Koala, Mac OSX 10.4) Ihr verwendet! (Die Infos dienen unserer Vorbereitung.)

Vortrag/Diskussion: Und zurück?  Wie kommen wir aus dem Netz wieder auf die Straße? (Stephanie Mayfield, Feministisches Zentrum)

Thema des Wochenende ist u.a. wie wir Frauen online bekommen und online angekommen, dort auch aktiv. Doch wie setzen wir die so gewonnenen Netzwerke, Kontakte und Kommunikationsmöglichkeiten effektiv ein, um “die Welt zu verändern”? Ist es eine Frage der Struktur, der Arbeitsaufteilung oder des Campaignings?

Vortrag: Wie wichtig ist wichtig? (Anne Roth, annalist Blog)

Wichtige Blogs werden in Deutschland von Männern geschrieben.
Allerdings: wer sagt, was wichtig ist, und für wen? Wollen Frauen wichtig sein? Sollten Frauen wichtig sein? Warum definiert sich ‘Wichtigkeit’ in der Blogosphäre u.a. über die Zahl der Verlinkungen?
Ein Resümee der Debatte des letzten halben Jahres.

Vortrag: Androzentrismus im Netz 2.0 & kleine Geschichte vom Netzwerken, CCC und den Haecksen (Rena Tangens)

Androzentrismus ist die Betrachtung der Welt aus der männlichen Perspektive, das bedeutet auch: Der Normalfall ist männlich, weiblich ist Zusatzeigenschaft, Ausnahme. Um die Netze zu einem Ort für Frauen zu machen, reicht es nicht, wenn mehr Frauen in den Netzen vertreten oder „Frauenthemen“ im Netz sind. Frauen müssen auch an der Gestaltung des inhaltlichen Angebots, der Organisation der Netzstruktur und an der Gestaltung der Technik / Software arbeiten.

Workshop: Netz_Männer und ihr Un_Verständnis für Netz_Feminismus (Hannes Hauswedell)

Wie unterscheiden sich “Netzmänner” von anderen Männern im Bezug auf Geschlecht und Sexismus? Wie geht man und besonders frau damit um?

  • und noch mehr …

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One Response to “Vorträge und Workshops”

  1.  vera Says:

    am schönsten ist, daß ich mir das alles live ansehen und -hören kann. *freumichkugelig*

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