Vor kurzem wurden wir auf ein sehr unterstützenswertes OpenSource Projekt aufmerksam gemacht. Es handelt sich dabei um eine Navigationssoftware für Blinde und Sehgeschädigte, mit freien Kartendaten von OpenStreetMap, programmiert auf Java Micro Edition (für Handy und PDA). OSM (OpenStreetMap) braucht übrigens auch noch Unterstützung beim Erfassen von Kartendaten für Blinde. Informationen dazu gibt´s hier: OSM for the blind.
Beim Projekt “Lorodux” ist bereits eine Frau aktiv und weitere OS-Ladies sind gern gesehen! Hier sind nicht nur Programmiererinnen gefragt, sondern auch helfende Hände, die die Software testen, oder einfach weiter verbreiten – insbesondere natürlich bei der Zielgruppe. Außerdem werden noch Das Projekt eignet sich auch, um Studienabschlussarbeiten, wie Bachelor oder Master darauf zu erstellen.
Ganz wichtig: Handys (bei denen das Display defekt sein darf, aber nichts anderes!) sind als Spende für das Projekt herzlich willkommen. Kontakt könnt ihr hier aufnehmen: Sourceforge Lorodux
Informatica Feminale in Bremen
Zum 13. Mal findet vom 6.-17.9.2010 in Bremen die originale “Informatica Feminale” statt. Sie bietet deutschlandweit Studentinnen aller Hochschularten und an Weiterbildung interessierten Frauen kompakte Lehre zur Informatik. Das Sommerstudium in der Universität Bremen ist ein Ort des Experimentierens, um neue Konzepte für das Informatikstudium zu finden. … http://www.informatica-feminale.de
Ach ja, was vielleicht für einige von euch besonders wichtig ist:
Die Informatica Feminale bietet eine Kinderbetreuung!
Während des Sommerstudiums wird täglich eine Kinderbetreuung angeboten. Es können nur Kinder von Teilnehmerinnen und Dozentinnen betreut werden. Die Betreuung ist kostenlos. Die Kinder sollen im Alter von ca. 1 – ca. 12 Jahren sein (bei jüngeren bitte vorher anfragen).
Die Themen, die angeboten werden, reichen von “Programmieren lernen mit PHP” über “Software-Ergonomie” bis hin zu “Anwendung von Matlab in den Natur- und Ingenieurwissenschaften“.
Informationen über alle Themenangebote erhältst du hier. Die Teilnahmegebühr beträgt für Studentinnen/Schülerinnen/Nicht-Berufstätige Frauen nur 35 € für 2 Wochen, 50 € für 3 Wochen. Wer kleine Arbeiten wie Kopieren, Hilfe beim Aufbau/Abbau oder Empfang machen will, wird vom Teilnahmebeitrag befreit.
Also, worauf wartet ihr noch? Anmelden! Lernen! Spaß haben!
Die Free Software Foundation (FSF) hatte vor einem Jahr ein Frauenkomitee eingesetzt, das ausarbeiten sollte, welche Barrieren es für Frauen in der Open Source Entwicklung gibt und welche Strategien für einen Abbau dieser Hindernisse geeignet wären. Der Bericht des Frauenkomitees liegt nun vor.
Darin werden gleich mehrere Hindernisse beschrieben und Vorschläge zur Überwindung derselben gemacht. Als Hauptgründe für den Entwicklerinnen-Mangel im Open Source Bereich hat das Frauenkomitee folgendes ausgemacht:
- Die Vereinnahmung der “Freie Software”-Bewegung als “Boys Club”
- Mangel weiblicher Rollenmodelle innerhalb der Community
- Das Vorurteil, es sei “nicht okay, Fehler zu machen”
- Die “non Coding” Arbeit (oft von Frauen gemacht) wird in der Freien Software Bewegung nicht genügend gewürdigt.
- Frauen in der Bewegung fühlen sich oft isoliert oder “anders”
- Finanzen/Geld sind oft ein Hindernis für Frauen, mehr als für Männer
- Sexistisches Verhalten online oder persönlich
- Mädchen werden nicht mit freier Software vertraut gemacht
Das Komitee macht folgende Vorschläge zur Behebung der Hindernisse:
- Frauen, die bereits mitarbeiten, mehr in den Vordergrund stellen
- Frauen in Projekten können andere Frauen aktiv involvieren
- Mentoring-Programme für alle Arbeitsfelder in der Community
- Schwerpunkt auf Zusammenarbeit statt Konkurrenz
- Beiträge von neuen Entwickler_innen mehr Beachtung schenken, ganz besonders auch bei “non Code” Beiträgen
- Mailinglisten nur für Frauen einrichten
- Bezahlte Praktika für Frauen
- Einen Diversity Kodex statuieren, exakt kommunizieren, wer willkommen ist und welche Verhaltensweisen akzeptiert sind. Sexistisches Verhalten als nicht erwünscht brandmarken.
- Spezielle Programme, um freie Software Frauen und Mädchen näher zu bringen
Das ist ja ein ziemlich umfangreiches To-Do, was die Frauen der FSF aufgelistet haben. Einige ganz konkrete Tips, wie die oben genannten Forderungen umzusetzen sind, haben sie ebenfalls bereits veröffentlicht.
Ein kleines Beispiel daraus: Konferenzen und Meetings. Dort finden sich als Vorschläge:
- Lade Frauen als Sprecherinnen zu deiner Veranstaltung ein
- Lade Frauen als Teilnehmerinnen zu deiner Veranstaltung ein
- Ermutige Sprecherinnen ihre Rede offensiv bekannt zu machen
- Teile allen an der Organisation deiner Veranstaltung beteiligten mit, dass du von einer verstärkten Einbeziehung von Frauen ausgehst.
Gute Hinweise für die Einbeziehung von Frauen hält auch das Geek Feminism Wiki bereit.
Auch interessant: Howto Encourage Women in Linux von Val Henson. Der Artikel ist von 2002 und hat noch nichts von seiner Relevanz verloren. Er beschreibt sehr gut die subtilen Prozesse, die Frauen von der Mitarbeit in typischerweise androzentrischen Gemeinschaften abhalten (können). Sehr empfehlenswert!
Nachdem uns drei Redakteurinnen der feministischen Zeitschrift EMMA beim Treffen in Hattingen besucht und an einigen Vorträgen teilgenommen hatten, erschien in der aktuellen Ausgabe der EMMA ein Artikel, der den “Geschlechterkrieg im Internet” beleuchtet und die Ziele von Frauen*ImNet präsentiert.
Dieser Artikel kann jetzt online bei EMMA gelesen werden. Darüber freuen wir uns natürlich und sagen: Danke.
Gerne könnt Ihr Eure Meinung zum Artikel auch hier in den Kommentaren kundtun. Wir sind gespannt …